Die alten Pürschlinghäuser

Ammergauer Touren zwischen
Kofel (1342m) und Klammspitze (1924m)

 

Karte der Ammergauer Touren
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Die Ammergauer Alpen sind wie geschaffen für Romantiker und Liebhaber unberührter Natur: eine wilde Gebirgsregion, zwischen dem lieblichen Alpenvorland und den schroffen Felsen der Zugspitze. Unterwegs auf den Spuren der bayerischen Könige – übernachten in ehemals königlichen Jagdhäusern - August-Schuster-Haus und Brunnenkopfhütte – mit Blick auf das Märchenschloss Linderhof von König Ludwig II.

Wege zum und rund um das August-Schuster-Haus

Tour 1: Durchs Schleifmühlenlainetal zum August-Schuster-Haus

Die Josephskapelle im SchleifmühlenlainetalGehzeit: 2 bis 2,5 Stunden
Anforderungen: leichte Bergwanderung
Weg: Der einfachste und schnellste Zustieg ist von Unterammergau (836m) durchs Tal der Schleifmühlenlaine auf der Fahrstraße (eine langgezogene Kehre kann bequem abgekürzt werden) zum Haus (1564m).
Variante: im unteren Teil durch die wilde Schleifmühlenklamm.

 

 

Tour 2: Über den Kolbensattel zum August-Schuster-Haus

Gehzeit: 2,5 bis 3 Stunden
Anforderungen: leichte Bergwanderung
Weg: von Oberammergau (837m) an der Ammer entlang, unter der Bundesstraße durch zu den Kolbenliften. An der Talstation vorbei kurz dem Grottenweg folgen, dann aber rechts abbiegen zum Kolbensattel. Sehr schön zieht nun der Weg nahezu auf gleicher Höhe durch den Nordhang des Sonnenbergs bis zur Fahrstraße. Nun etwas steiler auf der Straße zur Hütte (1564m).
Variante: mit Kindern eventuell mit dem Sessellift zum Kolbensattel (1276m).

Tour 3: Von Schloss Linderhof zum August-Schuster-Haus

Blick auf Schloss LinderhofGehzeit: 2 bis 2,5 Stunden
Anforderungen: mäßig schwierige Bergwanderung
Weg: Von Schloss Linderhof (943m, es gibt einen Wandererparkplatz: an der Schranke fragen) rechts haltend oberhalb des Schlossgeländes durch den Linderwald. Zweimal eine Forststraße überqueren und in zunehmender Steilheit zum Kälberalmgraben. Diesen überqueren und weiter aufwärts, bis man den Höhenweg Pürschlinghaus–Brunnenkopfhütte erreicht. Hier rechts abzweigen und auf dem Höhenweg zum bald sichtbaren Haus (1564m).

Tour 4: Teufelstättkopf (1755m)

Gehzeit: 1 Stunde
Anforderungen: mäßig schwierige Bergwanderung, die letzten Gipfelmeter einfache Kletterei
Weg: Zum Teufelstättkopf steigt man von der August-Schuster-Hütte (1564m) ziemlich steil über einen Wiesen- und Waldhang in einen Sattel. Geradeaus geht es weiter zum Laubeneck, rechts biegt der Steig ab zum Gipfel (1755m), der sich hier als kecker Felszahn präsentiert. In ein paar Minuten ist seine Spitze erreicht; die leichte Felskletterei bringt die rechte Würze und das stabile Drahtseil die notwendige Sicherheit. Abstieg am Anstiegsweg.

Tour 5: Über Kühalm und Teufelstättkopf zur August-Schuster-Hütte

Gehzeit: 2,5 bis 3 Stunde
Anforderungen: mäßig schwierige Bergwanderung, die letzten Gipfelmeter leichte Kletterei
Weg: Die interessanteste Runde rund um das Pürschlinghaus ist der Zustieg über den Gipfel. Dazu folgt man wie bei Tour 1 ab Unterammergau (836m) dem Tal der Schleifmühlenlaine bis zur Abzweigung zur Kühalm, geht weiter zur Kühalm und steigt von Norden auf zum Teufelstättkopf (1755m). Den Gipfelaufbau erreicht man direkt unterhalb des Drahtseils, klettert in 5 Minuten zum Kreuz hinauf und wieder zurück. Anschließend steigt man wie bei Tour 4 hinunter zur Hütte (1564m).

Wege zur und rund um die Brunnekopfhütte

Tour 6: Über den königlichen Reitweg zur Brunnenkopfhütte

Gehzeit: 1,5 bis 2 Stunden
Anforderungen: leichte Bergwanderung
Weg: Bei Schloss Linderhof (943m, es gibt einen Wandererparkplatz: an der Schranke fragen) beginnt der Anstieg: ein ehemaliger Reitweg König Ludwigs II. In flachen, langgezogenen Serpentinen zieht er schattig und bequem durchwegs durch Wald bergauf, bis er – zuletzt gemeinsam mit dem Höhenweg vom Pürschlinghaus her - nach Westen durch freies Wiesengelände zur bereits sichtbaren Hütte (1602m) hinüberzieht.

Tour 7: Brunnenkopf (1718m)

Auf dem BrunnenkopfgipfelGehzeit: 20 Minuten
Anforderungen: mäßig schwierige Bergwanderung
Weg: Trotz der Kürze des Aufstiegs ist der Hüttengipfel kein Spaziergang, verlangen doch ein paar kurze Stellen ein trittsicheres Steigen, bevor man den Tiefblick auf den Pfaffenwinkel genießen kann. Abstieg am Anstiegsweg.

 

 

 

 

 

 

Tour 8: Große Klammspitze (1924m)

Die große Klammspitze lädt zur leichten Kletterei ein.Gehzeit: 1,5 Stunden
Anforderungen: anspruchsvolle und ausgesetzte Bergtour
Weg: Von der Hütte (1602m) in westlicher Richtung quert man, leicht absteigend, die Südflanke des Brunnenkopfs. Man erreicht so das als „Wintertal“ bezeichnete große Kar, über dessen Geröll man in steilen Serpentinen aufsteigt zum Grat (Achtung auf Altschneefelder im Frühsommer!). Über den südseitigen Grat in unterhaltsamer, leichter Kletterei (keine Drahtseile) zum Gipfel (1924m), der sich mit einer grandiosen Aussicht, vor allem auf die Zugspitze, präsentiert. Abstieg am Anstiegsweg.

Ammergauer Königstour - Vom Kofel bis zur Großen Klammspitze (3tägige Hüttentour)

Tour 9 (1. Tag): Von Oberammergau über den Kofel zum August-Schuster-Haus

Am SonnenberggratGehzeit: 3,5 bis 4 Stunden (Variante +1 Stunde)
Anforderungen: anspruchsvolle, ausgesetzte Bergtour, am Kofel leichte Kletterei
Weg: Vom Bahnhof in Oberammergau (837m) folgen wir der Ammer, queren unter der Bundesstraße durch und erreichen den Anstieg zum Kofel beim Friedhof. Über einen Wiesenhang in den Wald. In relativ flachen Serpentinen überwindet der Steig überraschend angenehm den steilen Waldhang bis zum Kofelsattel (Unterstandshütte). Nach rechts leitet der Weg zum Kofel und über drahtseilversicherte Felspassagen zum Gipfel (1342m). Die letzten Meter im Fels können links (nordseitig) auf einem Steig umgangen werden, empfehlenswerter Abstieg. Zurück am Unterstand folgen wir dem schattigen, nahezu ebenen Königsteig durch die Nordflanke des Brunnenbergs, vorbei an einem weiteren Unterstand, zum Kolbensattel. Weiter wie bei Tour 2
Variante für trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger: Vom Kofelsattel auf dem Königsteig zur zweiten Unterstandshütte. Links aufwärts auf schmalem Steig in den Sattel beim Zahn. Weiter unterhalb des felsdurchsetzten Kammes auf teilweise sehr schmalem Steig – zwei schwierigere Passagen sind drahtseilversichert – sehr ausgesetzt über den Sonnenberggrat (kurzer Abstecher zur Sonnenspitze, 1622m, möglich). Das letzte Wegstück über die Fahrstraße zum Pürschlinghaus

Tour 9 (2. Tag): Vom August-Schuster-Haus über den Teufelstättkopf zur Brunnenkopfhütte

Gehzeit: 3 Stunden (Variante +1 Stunde)
Anforderung: anspruchsvolle Bergwanderung
Weg: Den Tag beginnen wir, am besten ohne Gepäck, mit dem Teufelstättkopf (1755m), da wir morgens den Gipfel noch für uns allein haben (Tour 4). Zurück an der Hütte (1564m) folgen wir dem Weg Richtung Brunnenkopfhütte. Der Steig quert aussichtsreich die Südflanke unterhalb von Laubeneck und Hennenkopf. Meist gut begehbar, ist er doch teilweise etwas ausgesetzt und verlangt konzentriertes Gehen. Etwa nach der Hälfte des Weges können wir einen Abstecher zum Hennenkopf (1768m) machen, bevor der Weg erstmals wieder durch Wald zieht und die Steilheit des Hanges unterhalb des Dreisäulerkopfes abnimmt. Schließlich erreichen wir den Reitweg und bummeln gemütlich zur Brunnenkopfhütte (1602m).
Variante für trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger: Vom Sattel am Teufelstättkopf zur Ostwand des Laubenecks und nach rechts, um das Laubeneck nördlich zu umgehen. Weiter über den Grat in eine Senke vor dem Hennenkopf (1768m). Den Hennenkopf überschreiten und hinunter zum Höhenweg.

Tour 9 (3.Tag): Von der Brunnenkopfhütte über die Große Klammspitze zurück

Weg zur KlammspitzeGehzeit: 3,5 bis 4 Stunden (Variante +2 Stunden)
Anforderung: mäßig schwierige Bergtour
Weg: Heute steht mit der Großen Klammspitze (1924m) das Gipfel-Highlight der ganzen Tour auf dem Programm. Am besten nur mit leichtem Gepäck auf den Gipfel (Tour 8) und zurück zur Hütte. Über den Reitweg (Tour 6) steigen wir ab nach Schloss Linderhof und können mit einer Schlossbesichtigung unserer 3-Tages-Tour einen weiteren Höhepunkt hinzufügen. Vom Schloss geht es mit dem RVO-Bus Nr.9622 nach Oberammergau zum Bahnhof.
Variante für trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger: Den Gipfel der Klammspitze in westlicher Richtung überschreiten, über den ausgesetzten Grat absteigen und, dem Kammverlauf folgend, in stetigem Auf und Ab bis zum Feigenkopf (1866m). Diese ausgesprochen rassige Überschreitung bewegt sich überwiegend in Schrofengelände, einige schwierigere Felspassagen sind durch Drahtseile entschärft. Der lange Grasrücken des Feigenkopfs und die weiten Wiesen der Hirschwangleiten hinab zur Hirschwanghütte (nicht bewirtschaftet). Der Abstieg zum Bäckenalmsattel ist nochmals ordentlich steil, bevor das Sägerbachtal gemütlich hinauszieht zum Lindergries. Auf dem Wanderweg parallel zur Bundesstraße nach Schloss Linderhof.
Hinweis: Vom Bäckenalmsattel Abstieg zur bewirtschafteten Kenzenhütte möglich. Mit dem Kenzenbus nach Halblech und mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Füssen oder Weilheim nicht ganz einfach zurück nach München.

Wintertouren rund ums August-Schuster-Haus

Skiabfahrt vom August-Schuster-HausHier geben sich Skibergsteiger und Schneeschuhgeher, Winterwanderer und Rodler ein fröhliches Stelldichein. Für alle Wintersportler ist Unterammergau bzw. der Parkplatz an der Schleifmühlenlaine der Ausgangspunkt. Rodler und Winterwanderer folgen der Rodelbahn entlang der Schleifmühlenlaine und dem Plattenberggraben zur Hütte (Tour 1). Hier ist meist das Tagesziel erreicht, denn der Teufelstättkopf lässt sich nur bei wenig Schnee zu Fuß ersteigen. Schneeschuhgeher und Skibergsteiger, die den Teufelstättkopf besteigen wollen, folgen ab der Hütte in etwa dem Sommerweg in nordwestlicher Richtung zum Sattel vor den Gipfelfelsen. Die letzten Meter über eine steile Schneeflanke (nur bei wenig Schnee ist das Drahtseil frei) zu Fuß zum Gipfel (Tour 4).
Varianten: Das Tal der Schleifmühlenlaine teilt sich auf etwa 1000m in den Kurztalgraben und den Plattenberggraben, an dem die Rodelbahn entlangzieht.
a) Der Plattenberggraben bietet schöne Abfahrtsvarianten zum oberen Teil der Rodelbahn.
b) In den Kurztalgraben fährt man südlich des Skidepots über einen steilen Hang ab, der in die Nordostmulde unterhalb des Gipfels leitet.
c) Eine weitere Abfahrtvariante geht über die Kühalm (Tour 5): von den Gipfelfelsen über den Nordrücken „Auf dem Stein“ zur Kühalm oder – sehr steil – aus dem Sattel vor dem Laubeneck zur Hengstwalddiensthütte und weiter mit leichtem Gegenanstieg zur Kühalm und auf den Querweg zur Schleifmühlenlaine.
Achtung! Der Teufelstättkopf und die Varianten sind nur bei sicheren Schneeverhältnissen zu befahren und erfordern alpine Erfahrung und lawinenkundliches Beurteilungsvermögen.

Bike&Hike

Mit dem Radl lässt sich mancher Anstieg verkürzenDie Ammergauer Alpen sind ein wildes Gebirge mit steil abfallenden Hängen und wenigen Almen. Außerdem sind sie Naturschutzgebiet. Dadurch ergeben sich für Mountainbiker keine großartigen Trails. Der Reiz liegt eher im Bike&Hike, das die beiden Hüttenanstiege verkürzt: Von Schloss Linderhof kann man über den königlichen Reitweg zur Brunnenkopfhütte fahren; zum Pürschlinghaus startet man von Unterammergau und benützt den Fahrweg durch das Tal der Schleifmühlenlaine.
Tour mit Bike-Kondition: Mit dem Bergradl von Unterammergau auf das Pürschlinghaus und weiter zu Fuß auf den Teufelstättkopf.
Die Tour mit alpiner Würze: von Schloss Linderhof mit dem MTB zur Brunnenkopfhütte und zu Fuß auf die Klammspitze.
Bitte beachten: Die in alten Bike-Führern beschriebenen Rundtouren mit Tragestrecke und Abfahrt nach Norden sind nicht mehr zulässig!

 

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